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Mensch+Natur+Kunst

Was haben diese Drei miteinander zu tun, brauchen sie einander?

"Die Freundschaft ist entbehrlich, wie die Philosophie, wie die Kunst... sie hat keinen Überlebenswert. Sie gehört jedoch zu den Dingen, die das Überleben wertvoll machen." - C. S. Lewis

   
Was soll das?
Künstlerarbeit an einer Tür.
Türen verbergen Möglichkeiten...
...öffne sie, und du wirst Dir, der Natur und der Kunst begegnen.
 

Liebe Brigitte,
wir haben schon lange nicht mehr miteinander gesprochen, geschweige denn philosophiert. Ich möchte Dir hiermit ein Angebot machen, Dich ein wenig auf folgende Gedankengänge einzulassen zu Mensch+Natur+Kunst!
Und nach dem Motto eines Graffitis: Woher soll ich wissen, was ich (dazu) denke, bevor ich gehört habe, was ich sage, biete ich Dir dieses Gespräch an.

Was ist Natur eigentlich für Dich?

Die natürliche Natur

Ich habe hier ein paar Antworten von Umweltpädagogen für Dich gefunden:

  • Zur primären Natur gehören für mich Berge, der Schnee, Himmel, Wiese, Weide, und Tiere... Aber ganz wichtig ist für mich auch der Mensch in der Natur. Der Mensch ist Teil der Natur, macht aber auch die Natur und bestimmt sie.
  • Für mich ist Natur Leben. Das Leben kommt, bewegt sich, wächst und verkommt wieder. Unser menschliches Leben ist genauso. Natur hat Gelassenheit, kommt, entwickelt sich von selbst, geht aber auch wieder und betrachtet das Leben so wie es ist. Für mich hat Natur eine Vorbildfunktion für mein Leben.
  • Natur als Inbegriff des Intakten, zu Bewahrenden, Ursprünglichen (Schöpfung), im Gleichgewicht befindlichen, vom Menschen Bedrohten, damit ist Natur die Grundlage des Lebens schlechthin.

Natur als Ort, als Lebensfluss, als Bild... als Möglichkeit zum Leben.
Mich fasziniert das Gefühl Natur zu sein. Wenn ich anrege, dass Kinder die Natur intensiv erleben, dann hoffe ich, dass sie auf dem Weg zu sich selber sind.

Du bist Natur.
Du bist Leben.
Du bist lebendig.

Du bist ein Stück Natur.

Wenn Du die Natur erforschst, erfühlst
(emp)findest Du auch Dich
mit Deinen Grenzen
Gefühlen
und deinen Träumen.

Natur ist Lebens(t)raum.

Und wie definierst Du Kunst? Was vermag sie?

Das Künstliche an der Kunst

"Ein Spiel mit ernsten Problemen. Das ist Kunst." - Kurt Schwitters, Briefe

"Kunst ist Zusammenarbeit zwischen Gott und dem Künstler, und je weniger der Künstler dabei tut, desto besser." - André Gide

"Wir wissen nun, dass die Kunst nicht die Wahrheit ist. Die Kunst ist eine Lüge, die uns erlaubt, uns der Wahrheit zu nähern, zumindest der Wahrheit, die uns verständlich ist." - Pablo Picasso

Kunst als Spiel, als Zusammenarbeit, als Annäherung über die Wahrnehmung an die Wahrheit... als Wege der Ehrlichkeit.
Für mich ist Kunst auch ein Ausdruck von Eindrücken.
So hat jeder seinen individuellen Begriff von Natur und Kunst. Suchst Du noch nach Worten?
Bleiben Fragen offen, so bewahren sie Zeit zum Nachdenken.

Wer bist Du zwischen Natur und Kunst, als Mensch?

Mensch Mensch

Lebst Du? Folgst Du dem Traum den Gott von Dir hat? Bist du auf der Suche?
Was uns aufbauen kann ist Entfaltung. Entfaltung durch Auseinandersetzung mit einer uns im Ganzen herausfordernden Welt. Ist das Bestehen der Welt. H.Kükelhaus

Die Natur könnte die Herausforderung sein, die Kunst die Auseinandersetzung und Du der Mensch, der sich entfaltet und aufbaut!!

Ich möchte Dir in diesem Zusammenhang von verschiedenen Wegen erzählen.

Zum Beispiel mit LandArt

Landart, laut Lexikon: seit der 60er Jahre entstandene Kunstrichtung, die Formveränderungen v.a. in natürlichen Landschaftsräumen inszeniert...
Landartkünstler gestalten ihre Kunstwerke ausschließlich aus Naturmaterialien, mit ihren bloßen Händen und belassen sie am Ort ihrer Entstehung in der Natur, wo sie dann mit der Zeit (ver)gehen.

Ein Poet würde es dichten nennen, allegorisch, gereimt oder frei mit Farben, Blättern, Steinen,... und dem Geheimnis, was alles umgibt.

Ein Philosoph könnte fragen, ob das Finden und Verwerten der Naturmaterialien nicht schon der Weg, und der Weg schon das Ziel ist....

Ein Umweltpädagoge würde wohlmöglich den Willen hegen, Begeisterung und die Möglichkeit zur Sensibilisierung für die Natur zu erreichen,

ein Handwerker vielleicht von der Wohltat reden, schöpferisch werken zu können in Wirksamkeit zwischen Material und Hand, zwischen Vision und Werk.

Und es kann das alles gleichzeitig sein, und noch mehr.
Landart als eine Kunst, bei der die Seele mitwachsen oder auch baumeln kann.

Dachbegrünung   Dachbegrünung, nicht nur eine kunstvolle Annäherung von Haus und Natur.

Erleben des Kunst- und Naturpfades

Natur und Kunst gehen in Heppenbach Hand in Hand. Die Idee war es den Naturerlebnispfad durch Naturkunstobjekte noch attraktiver zu gestalten und ihn dadurch einem größeren Publikum zu öffnen, den Bezug zum Wald zu intensivieren, den Menschen das Wesen des Waldes näher zu bringen, die Sensibilisierung von Jung und Alt für die Natur und die Kunst zu ermöglichen.

"Der Wald ist ein Wesen, das uns wohlwollend aufnimmt, wenn wir uns ihm gegenüber wohlwollend verhalten."

Naturerlebnispfad   Begeisterte Kinder an den Tast- und Fühlkästen auf dem Kunst- und Naturerlebnispfad in Heppenbach

Gemeinsames Schaffen in und mit der Natur tut gut...  

  ...und lässt so eine Leo & Meo Hütte entstehen

Innerhalb des Projektes zur Erweiterung des Lehrpfades (initiiert durch Förster E. Wiesemes des Forstamtes Büllingen in Zusammenarbeit mit der Juniorenkammer) begleitete ich einige Schülergruppen durch eine künstlerische Naturbegegnung über mehrere Tage hinweg (u.a. in Zusammenarbeit mit dem Atelier Neundorf). Inzwischen erlebe ich bei Führungen auf dem Rundweg über das Erleben des Waldes mit allen Sinnen hinaus eine gesteigerte Neugierde (als Motivationsfaktor) auch für die Kunst und dadurch eine Anregung zum Philosophieren auf Seiten der Begleiter als auch der Kinder.

Ein gefördertes EU-Projekt zu Mensch+Natur+Kunst

Was haben Kunst und Umwelt miteinander zu tun?

Bald ist Belgien Gastgeber des internationalen Grundtvig 2 Projekts "Mensch+Natur+Kunst"

Wir leben in einer Umwelt, die zunehmend gefährdet ist und die - wir haben es in diesem Jahr auf vielfältige Weise zu spüren bekommen - sich auch gegen den Menschen richten kann.
Und die Kunst? Kann sie in diesem Zusammenhang - wenn überhaupt- dann doch wohl nur eine Nebenrolle spielen? Sind Natur und Kunst in unserer Leistungsgesellschaft nicht zur Nebensache erklärt worden? Welche Möglichkeiten lassen uns Wirtschaft und Politik überhaupt?

Ideen- und Gedankenaustausch

Unser Verhältnis zu Umwelt, Kunst, ja vielleicht zu vielen weiteren Facetten unseres Lebens, muss hier und heute neu gefasst, zumindest sensibilisiert werden. Die zahlreichen Wechselwirkungen dieser Lebensbereiche untereinander sind aufzuspüren und im Sinne von Synergien nutzbar zu machen. Das ist der Kerngedanke des Projekts "Mensch+Natur+Kunst", das interdisziplinär und mit den Techniken der Erwachsenenbildung nach Grundtvig den internationalen Dialog aufgenommen hat.

Projektteilnehmer   Die Projektteilnehmer aus fünf Ländern beim ersten Arbeitstreffen im Oktober in Österreich:
Rosario, Nuria, Manuela, Elisabeth, Geraldo, Maire, Margit

Mit der Idee, Lernpartnerschaften zu begründen, trafen sich Anfang des Jahres in Verona Frauen aus verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung: aus Naturschutz, Pädagogik, Öffentlichkeitsarbeit und Kunst: Alessandra aus Italien, Rosario und Nuria aus Spanien, Margit und Manuela aus Österreich, Maire aus Estland und Elisabeth (als BNVS Animatorin) aus Belgien. Die in Verona formulierten Ideen sind auf fruchtbaren Boden gefallen: das Vorprojekt wurde in allen Ländern von den jeweiligen Agenturen für Europäische Bildungsprojekte angenommen. Damit ist zumindest für das erste Jahr auch eine erste finanzielle Förderung gesichert (sogenannte Standard- und Fahrtkosten werden übernommen). Das nach dem Pädagogen und Theologen Nikolai Frederik Severin Grundtvig (s. Kasten) benannte Projekt soll im Zeitraum von 2005 bis 2008 realisiert werden.

"Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität. Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kunst." - Joseph Beuys

Was wollen wir? wie?

Wir wollen für das Thema sensibilisieren. Jetzt heißt es Interessenten zu finden um eine regionale Projektgruppe bilden. Die Verwirklichung der Leitidee soll im Sinne von Grundtvig unter aktiver Beteiligung der Lernenden erfolgen. Als inspirierendes Beispiel kann LandArt gelten. Manch einem unserer Zeitgenossen wird erst durch das Schaffen oder Sehen eines solchen Kunstwerkes das Eigene des Landschaftsraumes bewusster werden. Der künstlerische Gestaltungsakt kann für die handelnden Personen eine sinnlich-ästhetische Wahrnehmung erfahrbar machen.

Hundertwassers Therme in Bad Blumau   Ein Blick auf die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Therme in Bad Blumau (A), die sich in Harmonie mit der Natur präsentiert

Das erste Arbeitstreffen fand Ende Oktober in Österreich beim Projektkoordinator Nöhrer Verlag statt. Dort hat sich aus Spanien Geraldo aus dem Weiterbildungszentrum von Coruna (Fach Psychologie) dazugesellt und als Projektpartner die Gemeinde St. Johann in Österreich (man bemüht sich dort, den Künstler Tony Waltinger aus Wien für das Projekt zu gewinnen). Als Beispiel für eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit wurden die lokalen Aktivitäten, hier Lafniztal , vorgestellt, die zur Information der Bevölkerung über das Projekt und über Naturschutz und LandArt eingesetzt werden (Zeitungsartikel und Film). Die anderen Projektteilnehmer prüfen, in wie weit das österreichische Beispiel ganz oder in Teilen für die eigene Region übernommen werden kann.

Die Gemeinde St.Johann (A) lädt als Projektteilnehmer ein, zu Gast der Künstler T. Waltinger (stehend links)   Projektteilnehmer in St.Johann

Zum nächsten Meeting Ende März 2006 empfangen wir die Projektpartner dann bei uns in Belgien. Dieses Arbeitstreffen heißt es zu planen (eine Unterbringung im Kultur-und Unterrichtszentrum Burg-Reuland ist reserviert) und (wie beim letzten Arbeitstreffen in Österreich nochmals besprochen) Erfahrungsberichte unseres Landes im Zusammenspiel von Kunst und Natur zu sammeln (z.B. von Pierre Doome).

Ziele bis 2008

Andererseits sollte sich die Truppe hier vor Ort genauer überlegen, was sie bis 2008 innerhalb dieses Projektes tun möchte... Was wollen wir wie vermitteln, was möchten wir zwischendurch von den anderen Projektpartnern erfahren? Wie definiert sich der Weg unseres Projektes?

Wollen wir ein Seminar zum Thema organisieren? ein Wochenende in der Natur mit Landart anbieten? den Fotoclub zum Thema Natur und Kunst mobilisieren? einen Film drehen? wie können sich Schüler einbringen ... Wir suchen noch weiter nach Sammelstücken für den Weg und die Arbeit.

Auf jeden Fall, wenn das EU-Projekt 2008 zu Ende ist könnte, als Abschlusswerk eine Vernissage stehen, ein Ende - aber bitte auch als Anfang für eine Fortsetzung!!!

Vom Gedanken zur Tat

Unter dem Leitsatz von Grundtvig "Gebildet ist, wer denken kann was er fühlt - sagen kann was er denkt - und weiß was er sagt" wollen wir uns zunächst mit Worten austauschen, um dann Taten folgen zu lassen. Und dies in europäischer Solidarität.

Ein paar Leute haben sich schon zusammengefunden. Weiter Interessenten, Mitdenker, Visionäre und Akteure... bitte melden bei E. Udelhoven , Tel. 080 448134 oder libelle@belgacom.net. Beteiligung an dem Projekt innerhalb der kleinen Arbeitsgruppe ist willkommen und besteht auch in Mitreise zu den Arbeitstreffen.
Von den folgenden Aktivitäten wird weiterhin in der Presse berichtet.

Die Dramaturgie des Programms könnte eine übergreifende Motivations- und Organisationsstruktur aufbauen. ...wenn wir den Weg finden zwischen planen, klären, ausführen, und entstehen, wachsen, sich entwickeln lassen.

In diesem Sinne:
Die Sehnsucht des Menschen, die Kraft und Ruhe der Natur und den Weg der Kunst nehmen.

Verzeih, dass ich Dir bis jetzt nicht wirklich die Möglichkeit gegeben habe zu reagieren... aber du kannst mir ja einen Brief schreiben.

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   Letzte Änderung am 20.12.2006 
 Anregungen, Hinweise, etc. bitte an: webmaster@bnvs-ostbelgien.org